Wiegen - auch der Umwelt zuliebe
Anwenderbericht "Lippesee"
Wie bewege ich Massen von 800.000 t für eine Baumaßnahme und behalte dabei den Überblick über Art und Menge des transportierten Materials sowie Lieferanten ohne aufwendige Organisation und Zeitverlust?

Die Firmen Bauunternehmung Karl Immig und Heiga Transporte in Paderborn lösen diese Aufgabe beim Projekt „Umflut des Flusses Lippe um den Sander Lippesee" mit einer Straßenfahrzeugwaage von Pfister Waagen.

Die Wiederherstellung des Flußökosystemes Lippe ist ein Projekt des staatlichen Umweltamtes Lippstadt. Ziel ist es, den Verlauf der Lippe vom Sander Lippesee abzukoppeln und naturnah wiederherzustellen. Hierzu wird ein ca. 60 m breiter Streifen am Südufer des Sees als neues Flußbett aufgeschüttet. Innerhalb dieser Ersatzaue soll sich die Lippe wieder als Fließgewässer entwickeln und die Lücke im Flußökosystem schließen.

Die Bauunternehmung Karl Immig als Auftragnehmer führt zusammen mit Heiga Transporte als zuständiges Unternehmen für die Transportabwicklung den ersten Bauabschnitt im Zeitraum von September 2000 bis September 2002 durch: eine gewaltige Materialmasse aus 450.000 t Fels zur Bildung eines Befestigungskeiles und 350.000 t bindiges Material wie Lehmboden zur Aufschüttung des neuen Flußbettes muß fachgerecht beschafft, transportiert, geprüft, gewogen und aufgeschüttet werden. Täglich also mindestens 2.200 t Material, verteilt auf 120 Lkw-Ladungen, die zur Bildung des neuen Flußlaufes dienen.

Zur reibungslosen Zuordnung und Erfassung der ankommenden Massen dient hierbei eine modulare Stahl-Straßenfahrzeugwaage der Pfister Waagen Bilanciai GmbH aus Augsburg. Daß es eine Waage von Pfister Waagen geworden ist, hat eine Reihe von Gründen, so Heinrich Immig, Geschäftsführer von Heiga Transporte:

 „In der Ausschreibung war nur eine elektronische Fahrzeugwaage vorgeschrieben, aber erstens hatte ich den schnellsten Response vom Pfister Waagen-Vertriebsmann auf meine Internetsuche hin. Auch konnte die kurze Liefer- und Inbetriebnahmefrist realisiert werden. Zudem ist durch den modularen Aufbau die Pfister Waagen-Stahlwaage leicht transportabel und schnell zu versetzen. Dies vereinfacht die Verwendung der Waage nach Abschluß der Baumaßnahmen an einem anderen Einbauort, z.B. in unserem Werk. Deshalb haben wir auch eine Unterflurlösung gewählt, da diese bodeneben eingebaut und somit querbefahrbar ist."

Der logistische Kreislauf „Neues Flußbett" wird folgendermaßen realisiert:
Der größte Teil des Aufschüttbodens wird nur wenige Kilometer vom See entfernt auf dem Zusatzgelände der Fa. Stute Konfitüren abgetragen. Dort entsteht eine ebene Fläche als Grundstock für neue Lagerhallen.
Bindiger Boden oder Felsen werden per Lkw zum See transportiert.
Dort angekommen wird die Ladung per Videokamera auf Materialart geprüft und im PC erfasst. Gleichermaßen wird die Zulieferer-Baustelle bzw. die zugehörigen Kfz-Kennzeichen im Wägeprogramm erfasst, da die Materiallieferungen auch von anderen Baustellen als vom Gelände der Fa. Stute erfolgen.
Es folgt die Verwiegung des Lkw´s auf der Fahrzeugwaage. Da die entsprechenden Tarawerte der Lkw´s bereits ermittelt und dem KFZ zugeordnet sind, wird automatisch nur das Ladungsgewicht erfasst (die Kfz-Leergewichte unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle). Bei neuen, noch unbekannten Fahrzeugen wird nach Abladen eine Leerverwiegung vorgenommen und das Fahrzeugtara zugeordnet.
Nach erfolgreicher Verwiegung gibt der Wäger per Lichtsignal den Lkw zur Weiterfahrt frei. Das geeignete Material wird an vorbestimmter Stelle abgeladen und durch Kettendoser einplaniert.
Um die Umgebung nicht durch Staub und Dreck zu belasten, fährt jeder Lkw durch eine Reifenwaschanlage bevor er das Seegelände verlässt und zur Baustelle zurückkehrt.
Bleibt nur noch am Ende des Tages der Tagesabschluss sowie Ausdruck des Journals und der Lieferscheinübersicht über das Pfister Waagen-Wägeprogramm „WISA". Im Büro von Heiga Transporte werden die Übersichten durch Disponenten überprüft und mit den Lkw-Fahrangaben verglichen. Dies dient auch als Grundlage zur Rechnungsstellung an Fremdfirmen, falls von zusätzlichen Baustellen Material angeliefert wurde.

Eine perfekte Kombination von Logistik und Umweltschutz mit modernster Technik von heute.


Bild und Text:
WVM-gd / Marketing / August 2001
Zurück zur Übersicht